Wie ich auf die Katze kam…

Damit ihr mich noch etwas besser kennenlernen könnt, berichte ich am besten einfach mal darüber, wie ich überhaupt „auf die Katze“ kam… 😉crazy-cat-lady

Im Grunde bedurfte es damals gar nicht viel, da ich schon immer sehr tier- und speziell katzenlieb war. Ich bin auf dem Land aufgewachsen in einem kleinen Dorf mit 19 Häusern und einem Bauernhof, rundum umgeben von Wald und Wiesen. Typisch für diese Lage kam es leider oft vor, dass immer mal wieder neue Katzen im Dorf auftauchten, die niemandem gehörten… Sie wurden ausgesetzt. Leider durfte ich aufgrund der Katzenallergie meines Vaters selber nie eine Katze halten, daher kümmerte ich mich in Zusammenarbeit mit unseren Bauern aus dem Dorf um sie. Sie fanden dort immerhin ein Dach über dem Kopf in der Scheune. Ich richtete ihnen in ein paar Eckchen immer gerne „Schlafplätze“ ein und bemühte mich ein paar besonders Ängstlichen stets den Kontakt zum Menschen beizubringen.

Eine kleine Anekdote, die ich nie vergessen werde: Eine der Katzen bekam insgeheim Kitten, die wir erst bemerkten, als sie bereits ca. 6 Wochen alt waren und plötzlich durch die Scheune fegten. Problem: Es war genau zu der Zeit, als unser Bauer unwissend riesige Strohballen in die Scheune zum Lagern brachte und er sie bis unter die Decke stapelte… Erst im Nachhinein fiel auf, dass zwei der Babies irgendwo zwischen den Ballen feststeckten und laut nach der Mama riefen. Damals war ich noch klein und ich habe eine ganze Nacht in der Scheune verbracht um die beiden irgendwie mit meinen kleinen Ärmchen zwischen dem gestapelten Stroh heraus zu fischen. Ehrlicherweise weiss ich bis heute nicht, wie ich es geschafft habe, aber irgendwann waren alle tatsächlich wieder vereint. Und eines dieser Babies läuft noch heute der Bäuerin jeden Tag als treuer Begleiter hinterher und es freut mich jedes Mal den Kater zu sehen und mich daran zu erinnern. 🙂

Nun, ich wurde älter und durfte selber immernoch keine eigene Katze haben. Aber glücklicherweise hatte sich meine Tante dazu entschlossen sich eine anzuschaffen! Für sie musste es ein groooooßer Silbertiger sein, so sind wir nach längerer Suche auf die Rasse „Maine Coon“ aufmerksam geworden und tatsächlich mehrere hundert Kilometer zu einer bestimmten Frau gefahren, die genau so einen Kater hatte, wie sie es sich gewünscht hat- ich musste selbstverständlich mit, ich hörte nur die Worte „Katzen“ „Babies“ und „viele“ und da stand meine Entscheidung fest 😉 Ich war damals vlt 10 Jahre alt, aber ich bin mir heute noch sicher, dass auf diesem rieeeeeeeeeeeeeeeesen Grundstück in freier Natur, mindestens 5000 Katzen rumliefen! 😉 Es waren vlt nicht ganz so viele, aber es war definitiv alles sauber und artgerecht mit einem großem Auslauf etc… Eine Katze war toller als die andere! Und vor allem waren die Großen fast so groß wie ich! Ich war aber nicht die Einzige, die von der Schönheit der Katzen umgehauen wurde, meine Tante hatte es natürlich auch erwischt. Und es blieb selbstverständlich bei der Auswahl nicht nur bei dem Silbertiger, sondern es kam noch ein goldtiger Mädchen aus einem anderen gleich alten Wurf hinzu 🙂 Da wir überhaupt nicht darauf vorbereitet waren die Miezen direkt mitzunehmen, mussten wir die paar Stunden im Auto mit freilaufenden Katzenkindern verbringen. Ich fand`s toll, mein Onkel, der am Steuer saß eher weniger 😉 Die beiden haben aber die Autofahrt gut überstanden. Ich habe früher dann jede Gelegenheit genutzt, um meine Tante mit ihren Katzen zu besuchen – warum nur? 😉

Ich wurde wieder bzw. immernoch älter und so begab es sich dann vor ein paar Jahren, dass ich von zuhause auszog… Und noch bevor ich alle nötigen Möbel für mich selber gekauft bzw. zusammengesucht hatte, hatte ich mich bereits um eine komplette Katzenausstattung gekümmert. Da fehlte dann nur noch eine Katze 😉

Ich suchte also über Wochen und Monate im Internet, weil ich unbedingt so eine Katze wie aus der Sheba-Werbung haben wollte. Ich fand sie einfach hübsch. Am liebsten einen Kater, weil ich bei den Katzen mit meiner Tante die Erfahrung gemacht hatte, dass ihrer viel schmusiger ist. Ich lernte also während der Zeit meiner Recherche, dass die Farbe nach der ich suchte, sich „blau“ nennt und diese Farbe nicht bei „normalen“ Katzen (wie ich sie bisher aus unserem Dorf kannte) vorkommt. Diese Farbe gibt es nur bei „Rassekatzen“. Zwangsläufig setzte ich mich also mit den verschiedenen Rassen bei Katzen auseinander und erhielt dadurch Einblicke in eine völlig neue Welt, die mich ebenso faszinierte wie abschreckte. Rassekatzen (die wohl welche sind, weil sie seltenenere Farben haben oder deren Körperbau anders ist als das was man kennt und sogar ganz andere Charaktereigenschaften haben sollen!?) sind natürlich besser, also exklusiv, also teuer… So mein damaliger oberflächlicher Eindruck. Weil ich mich weigerte diesem Trend zu folgen und mir eine Rassekatze zu kaufen, nur weil sie nunmal die Farbe hat, die ich schön fand, verbrachte ich Wochen verzweifelt mit der Suche nach einem Mischling, der „blau“ ist… Hat man dabei den Fehler gemacht und aus Versehen einen sogenannten „Züchter“ angeschrieben, der auf bestimmte Farben/ Rassen spezialisiert ist, bekam ich ausnahmslos entrüstete, teils unverschämte Antworten, weil ich fragte, ob sie vlt mit 300 Euro für eine Katze einverstanden wären, weil ich damals einfach nicht mehr zur Verfügung hatte (mehr gab mein Sparbuch halt damals nicht her und ehrlich gesagt hätte ich vorher nie daran gedacht, dass ich es mal brauchen würde nur um mir eine Katze anzuschaffen!). „Wenn Sie den Unterschied zwischen Rasse- und Hauskatze nicht verstehen, dann bekommen Sie garantiert kein Kätzchen von mir!“ „In welcher Welt leben Sie eigentlich, dass Sie glauben Sie könnten eine Katze mit Papieren so günstig kriegen???“ Das waren noch die charmantesten der Antworten, die ich damals erhielt… Ich dachte mir: Ich will doch keine Papiere! Ich will eine Katze! Und was zur Hölle sind denn diese „Papiere“ überhaupt, deren Druck anscheinend ein paar hundert Euro kostet!? Anders konnte ich mir den Preisunterschied zu den „normalen“ Hauskatzen nicht erklären! Es handelt sich doch schließlich um das gleiche Tier: Eine Miezekatze zum Liebhaben und nicht einer aus Gold!? Die haben doch auch 4 Beine, Fell und Schnurrhaare oder etwa nicht??? Ich war empört darüber, dass die Leute nicht nur sich selber, sondern auch ihre Katzen für was Besseres hielten…

Wer hätte da Nein sagen können!?
Wer hätte da Nein sagen können!?

Ich war damals kurz davor meine Suche nach einem blauen Sheba- Kater aufzugeben, als ich zufällig von einem Freund den Tipp bekam, dass er jemanden kennt, der aktuell solche Katzenbabies hat. Überglücklich habe ich direkt dort angerufen und einen Termin zum Anschauen vereinbart. Es handelte sich natürlich um eine „richtige“ Züchterin. Und wie ich erfuhr nennt sich die „Rasse“ der Sheba-Katze Britisch Kurzhaar (BKH). Aber wie das dann so ist, kam dieser kleine blaue Kater (war natürlich auch der einzige in der Farbe!) direkt auf mich zu getapst, nachdem ich die Tür reinkam, legte sich bei mir auf den Schoß und schlief ein… Tja und da war es halt um mich geschehen! Da konnte ich dann trotz Züchterin nicht mehr Nein sagen!

Und ich im Katzenliebe-Wahn war dem Standart-Argument „aber Katzen sollte man ja nicht alleine halten, ich würde lieber noch eine Zweite nehmen…“ damals auch nicht gewachsen und schwupp waren es zwei. Der Bruder in „lilac“ kam dann auch noch dazu.

Der kleine Bruder...
Der kleine Bruder…

Dadurch, dass die Züchterin und ich einen gemeinsamen Bekannten hatten verlief dann das Gespräch wegen meines finanziliellen Dilemmas glücklicherweise ganz human und wir konnten uns auf eine Anzahlung und folglich auf Ratenzahlung einigen, wobei sie mir auch im Preis noch entgegen kam. Mit dem Kompromiss war ich in der damaligen Situation mehr als glücklich! 🙂 Und lernte: Nicht alle Züchter sind unfreundlich!

Zwei Jahre lebten wir dann in meiner ersten eigenen Wohnung in dieser Konstellation zusammen, bis ich meinen damaligen Freund kennenlernte und wir gemeinsam in eine größere Wohnung mit großem eingezäunten Garten weiter auf dem Land zogen.

Mein Freund war anfangs gar kein Fan von Katzen, aber nachdem es uns halt nur im Trio gab, hat er es nicht nur einfach so hingenommen, sondern war nach einer gewissen Zeit sogar richtig enttäuscht, dass die Jungs mit ihm gar nicht so kuschelten. Zufälligerweise hatten wir dann von einem Freund eine kleine Katze zur Pflege hier, weil dieser in Urlaub fuhr, in die mein Freund sich direkt verliebte und umgekehrt. Als unser Kumpel aus dem Urlaub wiederkam, bot er uns an diese zu behalten, weil seine alte Katze sie ohnehin nicht akzeptierte. Ohne zu überlegen stimmten wir beide dem zu… Dass sie ebenfalls eine BKH (und damit Rassekatze) war, war purer Zufall! So kam also unser silver shaded Mädchen zu uns, die eine absolute Männerkatze ist!

Unsere kleine Tigerin
Unsere kleine Tigerin

Mit meinem Freund von damals bin ich inzwischen nicht mehr zusammen. Ehrlicherweise fiel meinem Katzenmädchen die Trennung glaub ich schwerer als mir 😉 Aber in den letzten zwei Jahren sind wir uns sehr viel näher gekommen und inzwischen habe ich wieder einen tollen Mann an meiner Seite, in den wir beide verliebt sind und uns immer um seine Aufmerksamkeit „streiten“! 😉 (Wehe ich kuschle mal mit ihm und für sie ist kein Platz mehr! 😀 )

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